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ECNIS (Umwelt-bedingtes Krebsrisiko, Ernährung und individuelle Krankheitsanfälligkeit) ist ein Exzellenz-Netzwerk von Forschungsaktivitäten innerhalb des 6. EU Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung (FP6).

Im Mai 2005 abgeschlossen, vereint ECNIS einige der besten europäischen Forschungsgruppen, die tätig sind auf dem Gebiet der Umweltkarzinogenese und deren Beeinflussung durch Ernährung und genetische Veranlagerung. Die Vernetzung der Partner erlaubt eine hochrangige Forschung über Krebsursachen und Prävention.

Etwa einer von drei Europäern entwickelt irgendwann Krebs in seinem Leben, was jedes Jahr zu mehr als 2,9 Millionen neuen Fällen und 1,7 Millionen Krebstoten in der Europäischen Union führt. Umweltfaktoren, Ernährung und Lebensstil spielen hauptsächlich bei Krebsursachen eine Rolle, während genetische Anlagen die Krebsanfälligkeit einzelner Personen beeinflussen. Es ist offensichtlich, dass Krebserkrankungen eine Hauptlast für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung darstellen, da viele Personen, direkt oder indirekt davon betroffen sind.

 
 
Auf weitere Sicht ist das Ziel von ECNIS die Bildung eines dynamisch arbeitenden Forschungsnetzwerkes, das die Krebsinzidenz verringert und zwar durch:

Ein neuer Ansatz, der in ECNIS Forschungsprojekten verwendet wird, ist der Einsatz von Biomarkern in der Karzinogenese. Solche Biomarker sind gewöhnlich Substanzen, die in Körperflüssigkeiten und Geweben gemessen werden können und Aussagen über die Schadstoffbelastung einer Person erlauben. Auch können Zellschäden, die von Karzinogenen verursacht werden, viel früher als das Auftreten klinischer Krankheitssymptome erkannt werden. Ferner können genetische Polymorphismen als Biomarker zur individuellen Krebsanfälligkeit gewonnen werden. ECNIS Forschungsprojekte untersuchen auch die Mechanismen, wie Chemikalien zelluläre Prozesse verändern und damit Krebs verursachen und wie Nahrungsmittelstoffe in diese Prozesse eingreifen. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung von Krebsrisikoanalysen und ebenso wichtig ist es, ethische Problem, die beim Einsatz von Biomarkern entstehen, zu lösen.

Derzeitig besteht das ECNIS Netzwerk aus 24 Partnern, die ein interdisziplinäres Team von beinahe 200 Wissenschaftlern vertreten, einschließlich Toxikologen, Epidemiologen, Nahrungsmittel- und Ernährungswissenschaftlern, Chemikern und Molekularbiologen. Die ECNIS Partner-Institutionen kommen aus 13 europäischen Ländern und vertreten Regionen und Bevölkerungen mit diversen Klimazonen, Graden von Umweltverschmutzung und Essgewohnheiten. Dies bietet eine einmalige Gelegenheit, die Auswirkung von Schadstoffbelastungen und Ernährungsmustern auf das Krebsrisiko abzuschätzen. Diese große Variabilität erlaubt pan-europäische Bevölkerungsstudien. Diese Diversität und weite Teilnehmerschaft erlaubt auch die optimale Nutzung einer großen Zahl von Kohorten und Probebanken von Humangewebe, die bereits in Europa existieren.

Neben den Forschungsaktivitäten hat ECNIS zum Ziel, neue Forscher auszubilden und wissenschaftliche Informationen über Krebsursachen und Prävention an die Allgemeinbevölkerung und an Verantwortliche im Gesundheitswesen weiterzuleiten. Weiterhin sollen wissenschaftliche Beiträge für eine verbesserte Krebsrisikoabschätzung an regulatorische Gremien, Nichtregierungsorganisationen und and die Industrie weitergeleitet werden. Damit soll allgemein der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im Hinblick auf das verfolgte Forschungsziel verbessert werden.